Onlinecampus Review #26

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

Auch in der letzten Ausgabe vor den Sommerferien sind wieder viele interessante Themen, Publikationshinweise und Initiativen aus den Netzwerken mit dabei.

Wir wünschen eine anregende Lektüre!

Netzwerke Review

Copyright: Virtuelle PH  

Kreativ in den Sommer starten! Mit dem Online-Sommerprogramm der Virtuellen PH

Im Mittelpunkt des Sommer-Seminarprogramms steht der kreative Umgang mit digitalen Medien. Anknüpfend an den VPH-Themenschwerpunkt „Schulische Öffentlichkeitsarbeit“ wird es im Rahmen von 2-4-wöchigen Online-Seminaren vielfältige Möglichkeiten geben, sich digi-kreativ fürs kommende Schuljahr fit zu machen. Außerdem mit dabei sind derzeit stark nachgefragte Online-Seminare.
In den Online-Seminaren lernen österreichische Pädagog_innen sowie Lehramtstudierende ortsunabhängig und zeitlich flexibel. Innerhalb eines Terminrahmens kann frei gewählt werden, wann und von wo aus täglich gearbeitet wird. In Kleingruppen wird online auf einer Lernplattform gelernt, unter Begleitung und Anleitung von erfahrenen Trainer_innen. Die bundesweiten Seminare sind bei erfolgreichem Abschluss für Ihre Fort- und Weiterbildung anrechenbar.

Laufzeit: 13.06. - 17.07.2016

Termine und Anmelde-Infos unter http://www.virtuelle-ph.at/onlineprogramm
Das Team der VPH freut sich auf Ihre Teilnahme!

Bild: Virtuelle PH

Copyright: IMST 
Jetzt anmelden: IMST-Tagung 2016 an der PH Kärnten zum Thema Grundbildung am Ende der Sek. I

Die IMST-Tagung 2016 in Kooperation mit ÖKOLOG fördert den Erfahrungsaustausch und die Vernetzung von Lehrenden an Hochschulen und Universitäten, insbesondere fokussiert auf den MINDT-Bereich sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit und nachhaltige Entwicklung. Ein zentrales Anliegen ist das Sichtbarmachen von Innovationen an österreichischen Schulen, Hochschulen und Universitäten, bezogen auf Unterricht (Lehre und Weiterbildung) und Forschung. Hauptthema 2016: Grundbildung am Ende der Sek I aus fachdidaktischer Sicht

Terminaviso: am 26.9.2016 findet das ÖGFD-Symposium in Kooperation mit IMST statt (http://oegfd.univie.ac.at).

Save the Date: 27.09. – 30.09.2016, PH Kärnten

Nähere Informationen und Anmeldung unter www.imst.ac.at/tagung 2016

Bild:IMST

Logo: PH NÖ 
Lehrgänge zum Erwerben digitaler Kompetenzen ab Herbst an der PH Niederösterreich

Im Herbst starten am Campus Melk der PH Niederösterreich folgende Lehrgänge:

E-Learning – E-Pädagogik
Schwerpunkte: Einsatz digitaler Medien im Unterricht und die Koordination von E-Learning am Schulstandort; Ziel: E-Learning Methoden und E-Werkzeuge kennen und anwenden lernen. Der Lehrgang umfasst 15 EC, ein Teil davon kann online absolviert werden.
Mehr Infos unter http://link.ph-noe.ac.at/elep

Mathematik digital
Digitale Werkzeuge können in vielen Bereichen der Mathematik und der Geometrie eine wichtige Unterstützung sein und neue Einsichten ermöglichen. Dieser Lehrgang (12 ECTS) soll den Studierenden in dem Bereich der digitalen Mathematik qualifizieren und setzt dabei stark auf OpenSource Software wie Geogebra, SketchUp, etc.
Mehr Infos unter http://link.ph-noe.ac.at/mdig

Neu: Deutsch digital
Dieser Lehrgang (12 ECTS) zielt darauf ab, die Teilnehmer/innen zu befähigen, ihren Deutschunterricht mit Hilfe von digitalen Medien vorzubereiten und zu gestalten. Themenbereiche: Erstellung von Blogs, Produktion von Podcasts und Stop-Motion-File, Arbeiten mit QR-Code und Smartphones, etc.
Mehr Infos unter http://link.ph-noe.ac.at/ddig

Digital English Language Teaching
Dieser Lehrgang soll den Studierenden in dem Bereich des digitalen Englischunterrichts qualifizieren. Die Absolventinnen und Absolventen beherrschen Methoden und Werkzeuge und deren Skalierbarkeit unter Rücksicht auf Bildungsstandards und Kompetenzmodelle.
Mehr Infos unter http://link.ph-noe.ac.at/edig

Logo: PH Niederösterreich

Logo: Virtuelle PH, Lene Kieberl 

CALL: VPH-Themenschwerpunkt „Digitale Medien in der Volksschule“

Digitale Medien sind Teil der Lebensrealität unserer SchülerInnen – bereits in der Volksschule. Kinder bei ihren Schritten im Web und bei ihrem Umgang mit digitalen Werkzeugen zu begleiten, wird eine immer wichtigere Aufgabe für VS-LehrerInnen. Verbesserungen in der schulischen Infrastruktur und mobile Geräte ermöglichen an immer mehr VS-Schulstandorten den Einsatz digitaler Medien im Unterricht, der einen großen didaktischen Mehrwert und eine Bereicherung für differenzierten, schülerInnenzentrierten Unterricht darstellen kann. Dieser didaktische Mehrwert und die Voraussetzungen für gewinnbringenden Einsatz von digitalen Medien in der VS sollen im Rahmen des Themenschwerpunkts im Herbst 2016 u.a. in eLectures beleuchtet und auch diskutiert werden.

Daher laden wir Sie als ExpertInnen und PraktikerInnen aus dem VS-Bereich dazu ein, Ihr Fachwissen und Ihre Erfahrungen einzureichen!

Laden Sie Ihre Einreichung (Titel, Inhalt, Lehrziele, Zielgruppe, usw.) bitte bis 15. Juni 2016 unter www.virtuelle-ph.at/calls hoch.

Technische Vorkenntnisse sind vorteilhaft, aber kein Muss, denn es wird Support in Form von Co-ModeratorInnen an Ihrer Seite zur Verfügung stehen. Bei Fragen stehen wir Ihnen unter info@virtuelle-ph.at jederzeit gerne zur Verfügung.

Wir freuen uns auf zahlreiche Einreichungen!
Ihr Team der Virtuellen PH

Logo: cc-by Lene Kieberl/Onlinecampus Virtuelle PH

Copyright: IMST

IMST-Award 2016 – Einreichphase vom 30.5. bis 24.6.2016

Sie sind Lehrerin oder Lehrer und haben bereits ein interessantes Schul- und Unterrichtsprojekt durchgeführt? Dann reichen Sie beim IMST-Award ein!

Der IMST-Award prämiert herausragende Beispiele innovativer Entwicklungen im Mathematik-, Informatik-, Naturwissenschafts-, Deutsch- und Technikunterricht (sowie in verwandten Fächern) im österreichischen Schul- und Bildungswesen.

Die Einreichung ist vom 30. Mai bis 24. Juni 2016 online möglich!

Nähere Informationen unter www.imst.ac.at/award

Bild: IMST

 Logo: PH Wien

BMHS eLearning-fit und SMART

Innovativ ins neue Schuljahr! Sommerakademie an der PH Wien von Montag 29. bis Mittwoch 31. August.

MONTAG: Schwerpunkt Unterrichten mit Smart Boards
DIENSTAG: Schwerpunkt eLearning im Fremdsprachenunterricht (Basics; Flipped Classroom; Gamification; Moodle …)
MITTWOCH: Schwerpunkt innovative Unterrichtsideen und Tools (iPad; OER; Moodle; Sway; Google Classroom…

Das ausführliche Programm zum Download finden Sie unter https://goo.gl/LpXXbl!

Teilnehmen können Lehrpersonen aus BMHS (HAK, HASCH, HTL, HUM, BAKIP, BASOP) aus ganz Österreich!
Kontakt: doris.rekirsch@phwien.ac.at – RASCH ANMELDEN!

Logo: PH Wien

Copyright: Europaschule Budapest
Gesucht: engagierte Lehrkraft für Mathematik/Physik (für NMS) in Budapest!

An der Österreichisch-Ungarischen Europaschule in Budapest (www.europaschule.hu) wird ab dem Schuljahr 2016/17 ein/e engagierte/r Lehrer/in für die Fächer Mathematik/Physik/Chemie für die Neue Mittelschule gesucht. Die Arbeit an einer österreichischen Auslandsschule stellt eine besondere Herausforderung, aber auch eine große Bereicherung dar. Wenn Sie eine neue berufliche Herausforderung suchen, Freude am Unterrichten, Flexibilität, Kreativität, interkulturelle Kompetenz und viel Energie haben, dann bewerben Sie sich!

Bewerbungsfrist: 6. Juni 2016

Die gesamte Ausschreibung und den Bewerbungsbogen finden Sie unter:

Ausschreibung - BMBF-660/0004-IP/3a/2016:
https://www.weltweitunterrichten.at/site/auslandsschulen/bewerbung/fristen

Weitere Auskünftie erteilen gerne Herr Amtsdirektor Robert Fittner (Bmbf) unter robert.fittner@bmbf.gv.at sowie Schulleiterin Evelin Stanzer, MSc unter direktion@europaschule.hu.

Grafik: Europaschule Budapest

Bild: Pixabay-CC0, Logo: eLearning Conference
Veranstaltungstipp: eLearning Experts Conference 2016

Das Bildungsnetzwerk Burgenland lädt in Kooperation mit dem BMBF herzlich zur 13. Eisenstadtkonferenz, die vom 19. bis 20. Oktober 2016 stattfindet, ein. Die eLearning Conference hat ab heuer einen neuen Namen, nämlich "eLearning Experts Conference" und soll Expert/innen noch mehr ansprechen und zusätzlich auch Expertise über die nationalen Grenzen hinaus einbringen.

Sie ist eine Tagung für Lehrende aller Unterrichtsfächer und Experten, mit dem Ziel, Lehren und Lernen mit digitalen Medien an den Schulen kritisch zu reflektieren und Impulse für einen optimalen Einsatz zu geben. Diese Konferenz ist seit Jahren bewährter Bestandteil in der digitalen Bildungslandschaft. Sie wird vom BMBF initiiert und in Kooperation mit dem Bildungsnetzwerk Burgenland durchgeführt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. In dieser Veranstaltung wird die Möglichkeit geboten, bundesweite und europäische Entwicklungen kennen zu lernen und in das eigene Arbeitsumfeld praktisch einzubauen.

Ziel der eLearning Conference 2016 ist die Präsentation und aktive Auseinandersetzung mit Projekten, die durch die vorangegangenen eLearning-Konferenzen initiiert wurden oder entscheidende Impulse erhalten haben. Die Themenvielfalt dreht sich diesmal rund um "Education Cloud and Educational Resources".

Sie können sich in Kürze unter folgendem Link zur Veranstaltung anmelden: http://homepage.bildungsserver.com/elearning-conference

Bild: Pixabay-CC0, Logo: eLearning Conference

Bild: Leo Köberl
Schülerinnen und Schüler für Technik begeistern! 

Computer übernehmen in unserer heutigen Welt immer häufiger einfache und komplexe Steuerungsaufgaben. Deshalb wird es zunehmend unverzichtbar, dass Schülerinnen und Schüler bereits in der Schule Grundkenntnisse im Bereich Messen-Steuern-Regeln-Robotik erwerben können. Syntax basierte Programmiersprachen und aufwendige Schaltungen erschweren oft die inhaltliche Erarbeitung, sind fehleranfällig und rauben die Motivation. Ein fertiges und erprobtes Konzept mit visuellen Programmiersprachen für Kinder wie z.B. Scratch, dem Micro Controller Arduino und selbst gebauten Steckmodulen erleichtern den Kompetenzerwerb im Bereich Messen-Steuern-Regeln und Robotik.

Das Institut für digitale Kompetenz und Medienpädagogik der Pädagogischen Hochschule Steiermark bietet im Schuljahr 2016/17 verstärkt Fortbildungen zum Thema "Digitale Kompetenzen im Bereich Messen-Steuern-Regeln" an. Ziel ist es, viele Lehrerinnen und Lehrer mit unserem Konzept für die Vermittlung von Grundkenntnissen im Bereich Messen-Steuern-Regeln-Robotik zu motivieren und sie bestmöglich zu unterstützen für ihre Schülerinnen und Schüler aktive Lernprozesse zu gestalten.

Nähere Informationen über das Gesamtprojekt finden Sie unter http://bit.do/digikomp-msr. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Harald Meyer (harald.meyer@phst.at) oder Leo Köberl (leo.köberl@phst.at).

Bild: Leo Köberl

Copyright: eLSA
eLSA Harvesting - 14 Jahren Erfahrung: Gelingensbedingungen für E-Learning im Schulalltag

Dem kurz nach der Jahrtausendwende gestarteten Projekt eLSA gelang es immer, den Kopf über den Wolken und die Füße auf dem Boden zu behalten. Die Vision war und ist es, Bildung völlig neu zu denken und den Einsatz digitaler Medien nicht als Ersatz traditioneller Unterrichtsmethoden zu sehen, sondern mit ihrer Hilfe einem zeitgemäßen Bildungsbegriff zum Durchbruch zu verhelfen, um unserer Jugend einen erfolgreichen Weg in die Zukunft zu bahnen.
eLSA hatte immer die gesamte Schule mit allen Lehrenden und jedem Schüler/jeder Schülerin im Blickfeld. Die daraus etablierte Integration in die SQA-Entwicklungsbegleitung stellte sich dabei immer mehr als eine gelungene Symbiose heraus. Die Zertifizierungen waren für die Schulen Highlights auf ihrem Weg in die Bildungszukunft. eLSA Spin-Offs, wie z.B. eLSA advanced und KidZ (Klassenzimmer der Zukunft), unterstützten diesen Weg.

eLSA hat sehr viele erreicht, die erreicht werden wollten.
Die anderen auch noch zu erreichen wird eine Herausforderung, der sich die Politik auch mit dem Einsatz entsprechender Ressourcen noch zu stellen hat. In den folgenden Ausführungen möchte das Bundesteam jene Gelingensfaktoren aufzeigen, welche unter den gegebenen Rahmenbedingungen für den Erfolg von eLSA an jenen Schulen, welche sich gemeinsam auf den Weg machten, ausschlaggebend waren: http://elsa20.schule.at/elsa-harvesting/

Logo: eLSA

Logo Märchenprojekt
Die VPH beim PH Burgenland Projekt „Es war einmal… und ist noch immer“

Im Rahmen des an der PH Burgenlands durchgeführten Märchenprojektes ‚Es war einmal … und ist noch immer‘ der Lehramtsstudierenden Volksschule 4. Semester, bieten die einzelnen Stationen nicht nur Spiel und Spaß bei den Projekttagen, sondern auch Materialien in einem Onlinebereich an.

Mit Hilfe des Supports von Mag. Dr. Marlene Miglbauer erarbeiteten die Studierenden zu ihren Stationen passende Spiele und Übungen mit unterschiedlichem Multimediaeinsatz. Dieser Onlinebereich befindet sich in einem frei zugänglichen und von der Virtuellen PH zur Verfügung gestellten Online Moodle-Kurs. Die Schülerinnen und Schüler können nach den Projekttagen alle Stationen auch über den digitalen Weg erfahren und somit märchenhaft ihre digitalen Kompetenzen üben und verfestigen.

Logo: PH Burgenland

Foto: BMBF

Auszeichnung beim 12. Learnie Award

Oftmals als "Oscar" der österreichischen eLearning Szene bezeichnet prämierte Frau BM Heinisch-Hosek auch dieses Jahr wieder beim Learnie Award innovative Unterrichtskonzepte. In der Kategorie Primarstufe sowie der Sonderkategorie wurden jeweils 2, und in den Kategorien Sekundarstufe I und Sekundarstufe II jeweils 3 Einreichungen ausgezeichnet.

Die Hertha Firnberg Schule kann hier mit großer Freude berichten, dass ein eTapas aus den iPad-Klassen von Mag. Robert Schrenk zum Thema "Lebenslauf" den 1. Platz in der Kategorie Sekundarstufe II errungen hat.
Dieses eTapas zeigt auf, welchen Mehrwert die iPads für den Unterricht bringen, indem mit Hilfe der Technologie zuerst auf kollaborativer Basis über das Thema reflektiert, und dann in individueller Einzelarbeit das Wissen gefestigt und vertieft wird.

Bild: BMBF

Veranstaltungen Review

Copyright: Martin Weber, Grillhof

Innsbrucker Gespräche zur Schulentwicklung: „Qualität ermitteln – Werte vermitteln“

Am 18. und 19. April 2016 fanden die 1. Innsbrucker Gespräche zur Schulentwicklung zum Thema "Qualität ermitteln - Werte vermitteln" statt. Dieses innovative Format führt Verantwortliche aus unterschiedlichen Ebenen des Bildungssystems in einen aktiven Begegnungs- und Lernaustausch. Wie bei den seit Jahren erfolgreich durchgeführten Rechtenthaler Gesprächen fanden sich mehr als 80 Teilnehmer/innen aus Österreich, Südtirol, Deutschland und Norwegen erstmals im Tiroler Bildungsinstitut Grillhof ein. Impulse für den beginnenden Gedankenaustausch im World Café lieferten drei Impulsreferate am Vormittag des ersten Tages.

Mehr Infos siehe http://bit.ly/1TKLIQu!

Bild: Martin Weber, Grillhof 

Publikationen Review

NBB zur Medienkompetenz: Es fehlt der Generalplan!

Nationalen Bildungsbericht 2015: Themenüberblick und Schlussfolgerungen sowie eine kritische Würdigung des Kapitels zur Medienkompetenz

Der Nationale Bildungsbericht 2015 (NBB 2015; https://www.bifie.at/nbb2015), erstellt vom BIFIE im Auftrag des BMBF und der Öffentlichkeit vorgestellt am 25.5. d.J., widmet sich in seinem 1. Band wesentlichen Daten und Indikatoren des österreichischen Schulsystems und im 2. Band acht Schwerpunkten. Zum ersten Mal ist dabei die Medienkompetenz explizit Thema und dieses NBB-Kapitel soll im folgenden Text ausführlich gewürdigt werden.

Der NBB 2015: Acht Schwerpunktempfehlungen und vier große Entwicklungsaufgaben

Einleitend ein schlaglichtartiger Überblick über die Empfehlungen der acht Schwerpunktkapitel des NBB sowie ein Blick auf die vier großen Entwicklungsaufgaben, die das Herausgeberteam Michael Bruneforth, Lorenz Lassnigg, Stefan Vogtenhuber, Claudia Schreiner und Simone Breit, herausgearbeitet hat:

  1. Volksschule verbessern.
  2. Formative Leistungsrückmeldung dem eindeutig positiven internationalen Forschungsstand entsprechend ausbauen.
  3. Einen ganzheitlichen strategischen Generalplan zur Entwicklung digitaler Medienkompetenzen entwickeln und umsetzen.
  4. Der durch die „Vererbung“ von Bildung feststellbaren Chancen-Ungerechtigkeit entgegenwirken und den Umgang mit Diversität verbessern.
  5. Präventionsmaßnahmen zum unterschätzten frühen Bildungsabbruch setzen.
  6. Zu Fragen von schulischer Führung mehr forschen, den Horizont des Schulmanagements weiten und „Mittleres Management“ ausbauen.
  7. Schulautonomie verbessert Schule nicht automatisch! Das dysfunktional Schulsystem verschlanken und sozialindexbasierte Finanzierungsteile einführen.
  8. Hinsichtlich der Bildungsfinanzierung das Wissen über die Ressourcennutzung und -verteilung verbessern und – nochmaliger Hinweis! – die Bildungsstrukturen reformieren.

Die vier großen Entwicklungsaufgaben sind lt. Herausgeber/innenteam die folgenden:

  1. Die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler verstärken.
  2. Verstärkt Verantwortung für Schülerinnen und Schüler und Schulen mit beeinträchtigenden Voraussetzungen übernehmen.
  3. Die handelnden Akteure professionalisieren, vor allem auch im Hinblick auf IKT-Nutzung.
  4. Schulgovernance strukturell verändern.

NBB 2015, Bd. 2, Kap. 3: Medienkompetenz fördern – Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter

Nun zur einleitend angekündigten Würdigung des Kapitels zur Medienkompetenz im NBB 2015. Das Anliegen dieses Beitrags und das Sachverständnis des Autor/innenteams Peter Baumgartner, Gerhard Brandhofer, Martin Ebner, Petra Gradinger und Martin Korte bringt am besten der einleitende Absatz des Kapitels, hier vollständig zitiert, zum Ausdruck: „Dieser Beitrag widmet sich dem Stand in der Aus- und Weiterbildung zur Medienkompetenz mit besonderem Fokus auf interaktive digitale Medien. Wir gehen dabei davon aus, dass die Nutzung digitaler Medien zwar eine Reihe positiver Entwicklungen, sowohl in der Lehre als auch im Lernprozess, initiieren und freisetzen kann, dass aber Technikeinsatz allein noch keinen Garant für eine Qualitätssteigerung im Bildungssystem darstellt. Die technischen Möglichkeiten digitaler Medien müssen im Hinblick auf die Realisierung eines didaktischen Mehrwerts beurteilt werden. Darunter verstehen wir die Gestaltung von medial unterstützten Lehr- und Lernsituationen, die einen Vorteil generieren, der ohne technische Unterstützung nicht vorhanden wäre.“ (aaO S. 95)

Kernaussage: Es fehlt der ganzheitliche strategische Generalplan zur Entwicklung digitaler Medienkompetenzen!

Ein weiteres Zitat führt direkt in die Kernaussage des NBB-Beitrags: „Es gibt derzeit kein systematisches und flächendeckendes Aus- und Weiterbildungsangebot im Bereich der digitalen Medienkompetenz für Lehrkräfte.“ (aaO S. 101) Und das wiederum habe seine Ursache im Fehlen eines ganzheitlichen strategischen Generalplans zur Entwicklung digitaler Medienkompetenzen. Dabei verfügten Österreichs Schulen über eine im internationalen Vergleich relativ gute IT-Ausstattung, deren Nutzungsgrad im Unterricht allerdings relativ niedrig sei. Es scheine dabei nicht an der IT-Nutzungskompetenz des pädagogischen Personals zu mangeln, diese „ … ist hoch, die pädagogisch-didaktische hingegen niedrig.“ (S. 98) Aber man möge sich keinen Illusionen hingeben, dass sich das Problem mit dem Generationenwechsel der Pädagog/innen von selbst erledigen werde: Der Systemwandel erfolge nicht automatisch mit dem Wechsel der Lehrer/innengenerationen! Dabei mangelte es in Österreich nicht an einschlägigem Know-how und einer Vielzahl von interessanten Ansätzen wie EPICT oder den E-Learning-Netzwerken eLSA oder eLC, die seit mehr als zehn Jahren als „Erprobungsnetzwerke“ bzw. zum Zweck der „Überprüfung und Optimierung“ aktiv seien und denen eine Fülle von Erfahrungen, Wissen und Praxis-Beispielen zu verdanken wären. 

Kritische Anfragen an den NBB-Artikel oder: Woran man merkt, dass mehr Forschung wichtig wäre …

Die Schlussfolgerung des NBB-Beitrags, dass das mangelnde Breitenwachstum digitaler Medienkompetenzen bei den Lehrpersonen und dadurch bedingt das Fehlen der eingangs erwähnten Vorteile durch die Nutzung digitaler Medien für Lernen und Lehren den nicht weiter wachsenden Netzwerken anzulasten sei, ist m.E. allerdings ungerechtfertigt und tut deren Arbeit schlicht unrecht. Die Netzwerke hatten nie den Auftrag, nie die Mittel und nie die Durchsetzungsmöglichkeiten für größere Breitenwirksamkeit. Der Artikel bleibt auch jeglichen Beleg für solche Erwartungen und Aufträge von Seiten des BMBF schuldig. Als gelernter Österreicher fragt man sich, ob hier vielleicht von Versäumnissen an anderen Stellen abgelenkt werden soll? Denn diese Versäumnisse sind sattsam bekannt und werden auch an anderen Stellen im Nationalen Bildungsbericht benannt: Verstrickung in Zuständigkeitsebenen; das Versanden von Initiativen im Kompetenzwirrwarr; mangelnde Konsequenz in der Umsetzung; halbherzige Mitteldotierung.
Eine ähnlich widersprüchliche bzw. halbinformierte Argumentation ist auch in der Darstellung der EPICT-Initiative zu finden, der ein mangelhaftes Zeugnis ausgestellt wird. Der dafür zitierte Beleg ist dafür aber untauglich; bei genauer Kenntnis der genannten Studie der PH Kärnten zeigt diese nämlich auf, dass die erwähnten Schwierigkeiten auf hausgemachte, organisatorischen Fragen und nicht auf das EPICT-Konzept zurückzuführen sind. Einmal mehr wird deutlich: Das Problem ist der Wille und die Konsequenz zur Umsetzung; ist dieser vorhanden, funktioniert EPICT in der Ausbildung ausgezeichnet, wie andere Pädagogische Hochschulen gezeigt haben! EPICT bewährt sich übrigens auch in der Fort- und Weiterbildung in zwei Bundesländern, weil hier eine engagierte und kompetente Trägerschaft dahinter steht.
Der NBB-Beitrag vergleicht in der Folge die österreichischen Konzepte mit mehreren nationalen Umsetzungsstudien (aaO S. 108f). Leider fehlt in diesem Vergleich der ICILS-(International Computer and Information Literacy Studie: http://www.iea.nl/icils_2013.html)-„Weltmeister“ Tschechien. Und just an diesem Beispiel ließe sich studieren, dass der Erfolg der Tschechen schlicht am Mut zur Durchsetzung gelegen hat: in diesem Fall am Mut zur Einführung eines einschlägigen Fachgegenstands in der Mittelstufe sowie daran, den Erwerb von digitalen Medienkompetenzen an die Verlängerung von Anstellungsbedingungen von Lehrpersonen zu knüpfen. Letztendlich ernten alle die Früchte ihrer Investitionen: Mal mehr, mal weniger …
All diese kritischen Anfragen belegen aber erstens indirekt eine der drei Schlussfolgerungen für politische Handlungsfelder: nämlich mehr zu forschen, und tun zweitens der Hauptaussage dieses NBB-Beitrags keinen Abbruch: In Österreichs Bildungswesen existiert kein Generalplan zur Beförderung digitaler Medienkompetenzen!

Weitere Themen im NBB-Artikel: Ein kursorischer Rundblick

Im Artikel werden noch weitere Themen – mehr oder weniger ausführlich – behandelt, die ich hier noch kursorisch anreißen möchte:

  • Der Begriff Medienkompetenz wäre im Wandel und könne heute mit digitaler Kompetenz gleichgesetzt werden. Das ist eine interessante und mutige Darstellung, wenngleich hier die Frage gestellt werden könnte, ob in dieser Sichtweise das pädagogische Erbe der „klassischen“ Medienbildung entsprechend gewürdigt und inkludiert ist. 
  • Der Erlass zur Medienbildung wäre ein hervorragendes Basisdokument, dem mehr Aufmerksamkeit zu wünschen sei! Einem Exkurs zum Thema Cybermobbing folgt die Anregung, die österreichische Gewaltpräventionsstrategie zu reaktivieren.
  • Ein kurzes neurowissenschaftliches Kapitel kommt zum Schluss, dass nicht die Beschäftigung mit digitalen Medien per se, sondern deren inkompetente Nutzung problematisch wäre; man müsse das einfach lernen, wie so vieles andere auch.
  • Der Teil über Schulbuchaktion, Bildungscloud und OER liefert einen wichtigen Beitrag zur Gesamtentwicklung, ist aber zT schlecht recherchiert und die komplexen Zusammenhänge zwischen Produktion, Dissemination, Nutzung und die damit verbundenen ökonomischen Modelle sind leider undifferenziert dargestellt. Die Entwicklung neuer Modelle muss von einer vollständigeren Analyse, als sie hier vorliegt, ausgehen, was aber – einmal mehr – indirekt auch die ohnehin in den Schlussfolgerungen klar geäußerte Notwendigkeit einer einschlägigen Forschungsstrategie verdeutlicht.
  • ePortfolio: Das Werkzeug wäre gut beforscht, aber wenig genützt. Auch hier greift der Artikel Hand in Hand in andere Erkenntnisse des NBB, an dieser Stelle der Aufwertung formativer Leistungsbeurteilung

Schlussfolgerungen für politische Handlungsfelder

Abschließend die – aus meiner Sicht und Kenntnis der Sachlage – sehr erfreulichen und grundrichtigen
Schlussfolgerungen des Beitrags:

  1. Eine Bildungscloud als zentrale Infrastruktur. 
  2. Umfassende Medienkompetenz für Lehrende. 
  3. Nationale Forschungsstrategie für eine evidenzbasierte Praxis. 

Das sich wie ein roter Faden durch den NBB-Beitrag ziehende Fehlen eines Generalplans zur Förderung digitaler Medienkompetenzen hätte am Ende dieses Artikels durchaus nochmals Erwähnung finden können.

Thomas Nárosy, education group | NMS E-Learning (30.5.2016)

Buchcover: Bratengeyer, fnm
E. Bratengeyer et al., (2016), Die österreichische Hochschul- E-Learning-Landschaft. Studie zur Erfassung des Status Quo der E-Learning-Landschaft im tertiären Bildungsbereich hinsichtlich Strategie, Ressourcen, Organisation und Erfahrungen. Books on Demand, ISBN 9783837034127.  

Die Daten für die vom fnm-a erarbeitete Studie wurden aus drei Arten von Quellen erhoben, erstens aus den Entwicklungsplänen, Wissensbilanzen und Leistungsvereinbarungen der Universitäten, zweitens aus einer Online-Befragung aller 72 österreichischen Hochschulen (Rücklaufquote 68%) und drittens aus vertiefenden Experteninterviews mit Vertreterinnen und Vertretern zwölf ausgewählter Hochschulen. Die Studie vermittelt anhand der zahlreichen konkreten Daten einen umfassenden Überblick, reichend von strategischen Zielsetzungen bis zu praktischen Erfahrungen, woraus sieben Handlungsempfehlungen abgeleitet werden konnten.

Link zur Publikation: http://www.bmwfw.gv.at/Presse/AktuellePresseMeldungen/Documents/2016-02_fnma-ELS_final_Web-2s.pdf

Sie können den Newsletter auch online in unserem Archiv auf http://www.virtuelle-ph.at/mod/datalynx/view.php?id=14888 nachlesen.


IMPRESSUM

Redaktionelle Betreuung: NMS Support Team und Onlinecampus Virtuelle PH - ein Service aller Pädagogischen Hochschulen Österreichs im Auftrag des BMBF. Jede beitragende Institution zeichnet für ihre Inhalte verantwortlich.
Deadline für die nächste Ausgabe: 19. August 2016 (Schicken an info@virtuelle-ph.at)
http://onlinecampus.virtuelle-ph.at | info@virtuelle-ph.at

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Onlinecampus Review #26