Onlinecampus Review #25

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

Auch in dieser Ausgabe sind wieder viele interessante Themen, Veranstaltungsberichte, Publikationshinweise und Initiativen aus den Netzwerken mit dabei.

Wir wünschen eine anregende Lektüre!

Netzwerke Review

Copyright: imst.ac.at  

Gesucht: Innovative Schul- und Unterrichtsprojekte! Fokus: kompetenzorientiertes Unterrichten

Sie sind Lehrerin oder Lehrer egal welcher Schulstufe oder Schultyps und haben Lust Ihren Unterricht noch kreativer und interessanter zu gestalten?

Bis 1. Mai 2016 können Sie Ihre Ideen bei der österreichweiten Initiative IMST (Innovationen Machen Schulen Top) einreichen.

IMST fördert Projekte in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften sowie verwandten Fächern.  Neben einer finanziellen Unterstützung (EUR 1.000,- Projektförderung) werden die Lehrkräfte von ExpertInnenteams (Universitäten und Pädagogischen Hochschulen) bei ihrer Arbeit betreut. Außerdem haben die Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, sich während der Laufzeit des Projekts mit anderen Kolleginnen und Kollegen auszutauschen.

Ziel des Projekts ist es, Lehrkräfte zu unterstützen, die offen für Neues sind und aktuelle Erkenntnisse in ihrem Unterricht berücksichtigen wollen.

Nähere Informationen gibt Christine Oschina (Projekt IMST) unter christine.oschina@aau.at. | http://www.imst.ac.at

Bild: Imst

Copyright: ÖSZ 
ETS-Videowettbewerb 2016 - MitSprachen – MitSprechen Brücken bauen und Türen öffnen

Das Österreichische Sprachen-Kompetenz-Zentrum (ÖSZ) veranstaltet im Auftrag des BMBF einen Videowettbewerb unter dem Motto: „MitSprachen – MitSprechen: Brücken bauen und Türen öffnen“. Der Wettbewerb ist ein Aktionsprogramm zur Sprachenvielfalt anlässlich des „Europäischen Tages der Sprachen“ (ETS).

Sprichst du gerne? Wir hören dir zu und geben dir hier deine Bühne! Drehe ein Kurzvideo, wie Sprachen deinen Alltag bereichern und dir helfen Grenzen zu überschreiten und neue Ziele zu erreichen bzw. Türen zu öffnen?

Einsendeschluss: 15. Juni 2016
Zielgruppe:begeisterte Amateur-Filmer/innen ab 14

Weitere Infos unter: http://www.oesz.at/ets-videowettbewerb/

Bild: ÖSZ

Copyright: eTwinning Österreich 
eTwinning-Österreich sucht Coaches!

Helfen Sie Ihren Kolleg/innen dabei, mit ‪‎eTwinning‬ zu unterrichten! eTwinning ist auf der Suche nach motivierten Pädagoginnen und Pädagogen aus dem NMS- oder AHS- Bereich, die ihr eTwinning-Know-How mit anderen Kolleginnen und Kollegen aus der Schule teilen!‬‬‬

In Zusammenarbeit mit der BMBF-Initiative eEducation Austria startet 2016 ein Pilotprojekt, in dem sich Lehrer/innen gegenseitig helfen, ein neues eTwinning-Projekt auf die Beine zu stellen. Das Projekt soll in den Unterricht eingebettet sein und bei den Schülerinnen und Schülern mehr Interesse für den Lernstoff wecken.

Einfach ein Motivationsschreiben und den Namen der Kollegin/des Kollegen, die/den Sie begleiten werden - es dürfen auch mehrere sein – bitte bis 30. April 2016 an eTwinning@oead.at schicken!

Weitere Infos unter http://bit.ly/1XxkyvO!

Bild: eTwinning Österreich

Copyright: LMS.at 

Maturavorbereitung Mathematik auf LMS.at

Das LMS Team hat den bereits bestehende OTP "Maturavorbereitung Mathematik" adaptiert und mit vielen neuen Aufgaben ergänzt. Diese neuen Aufgaben setzen sich unter anderem aus den Beispielen der letzten Reifeprüfung und dem Bifie-Aufgabenpool zusammen.

Die Teil 1 Aufgaben der letztjährigen Reifeprüfung können ebenfalls gesondert trainiert werden. Diese Beispiele findet man in der Bibliothek.
Zusätzlich werden bis zum Termin der Reifeprüfung wöchentlich neue eTests zur Verfügung gestellt. Wir starten diesen Woche mit einem eTest zum Inhaltsbereich Algebra und Geometrie. Die restlichen 3 Inhaltsbereiche werden dann in den nächsten Wochen als eTest zu finden sein. In der letzten Woche vor der Reifeprüfung gibt es dann 2 eTests über den ganzen Inhaltsbereich, also eine Art "Probematura" für den 1. Teil der Reifeprüfung.

Alle diese Aufgaben können entweder in den Unterricht integriert oder von den Schülerinnen und Schülern in Eigenregie absolviert werden.

Das LMS Team wünscht viel Spaß beim Üben!

Screenshot: LMS.at

Copyright: ÖSZ/PH Burgenland

Raum für Sprache(n). Erfolgreiche Bildungsbiografien durch sprachsensiblen Unterricht in allen Fächern (Grundstufe und Sekundarstufe I)

Das regionale Veranstaltungsprogramm "Sprachen-im-Blick" macht am 22. Juni Station an der PH Burgenland. Im Mittelpunkt der Veranstaltung (für Burgenland, Kärnten, Niederösterreich und Steiermark) steht der sensible Umgang mit Sprache(n) ab der Grundstufe. Welche Rolle spielen Sprachen in naturwissenschaftlichen Fächern? Wie können Kinder „fliegend leicht Deutsch lernen“? Wie können wir mitgebrachte Sprachen der Kinder erkennen, nutzen und fördern? Was ist eine Sprachwerkstätte und wie können virtuelle Räume zur sprachlichen Förderung genutzt werden? Wir laden Vertreter/innen der Schulaufsicht und der Pädagog/innenbildung sowie Schulleiter/innen und Lehrer/innen in Multiplikator/innen-Funktionen zu spannenden Vorträgen und Impulsen ein.

Das Veranstaltungsprogramm finden Sie auf www.oesz.at!
Keynote-Referentin: Prof. Marion Döll (PH Oberösterreich)

Anmeldung über PH Online Burgenland (LV-Nummer: 106039, Link) oder bei Helga Steyer (steyer@oesz.at)

Ansprechpersonen:
PH: Mag. Eva Gröstenberger (eva.groestenberger@ph-burgenland.at)
ÖSZ: Mag. Karin Weitzer (weitzer@oesz.at)

PH Burgenland, 22. Juni 2016, 9.00 - 17.00 

Logo: Österreichisches Sprachenkompetenz Zentrum/PH Burgenland

 Platzhalter

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E-Learning Tag an der FH JOANNEUM am 15.09.2016

Der 15. E-Learning Tag der FH JOANNEUM findet unter dem Motto „E-Learning: Warum nicht? Eine kritische Auseinandersetzung mit Methoden und Werkzeugen“ statt. Es werden insgesamt 19 PosterdesignerInnen, 3 Keynote-Speaker, 4 Workshop-ModeratorInnen sowie 26 Vortragende aus 4 Ländern (Ö, D, CH, UK) und mit unterschiedlichem Backround (Hochschulen, Schulen, Wirtschaft) Ihre Erfahrungen mit E-Learning diskutieren.

Der E-Learning Tag wird mit drei Workshops zu den Themen „Digitale Lernangebote im Unterricht“, „Rechtsfragen bei E-Learning“ und „ForscherInnen als potenzielle Lehrende in sozialen Medien“ abgerundet.

Die FH JOANNEUM freut sich, viele TeilnehmerIn auf der Tagung begrüßen zu dürfen und erwartet einen spannenden 15. E-Learning Tag.

15. September 2016, 08:30 – 17:00 Uhr, FH JOANNEUM Graz | Tagungsbeitrag: kostenlos
Um Anmeldung wird gebeten: http://fhj.to/e-learning-tag

Weitere Informationen zum Programm unter http://bit.ly/1p0DMhA!

Grafik: FH Joanneum

Copyright: Shutterstock
Zehnter Start des Universitätslehrgangs eEducation, MA am 26.5.2016

Lernen und Lehren im Bildungsbereich wird durch die Entwicklung von Kompetenzen im Umgang mit Neuen Medien und Web 2.0 Technologien im 2 jährigen berufsbegleitenden Universitätslehrgang eEducation, MA neu gedacht.

Durch das Blended Learning Konzept bestehend aus Online- und Präsenzphasen und auf Basis wissenschaftlich fundierter Konzepte lernen Sie zeitlich flexibel und interdisziplinär in gemeinsamen Projekten. Sie können Ihre persönlichen Interessen, Perspektiven und Problemstellungen in den Lehrgang mit einbringen und entwickeln diese weiter, indem Sie die Impulse aus den Veranstaltungen vor Ihrem jeweiligen Hintergrund reflektieren und Konsequenzen für Ihr Anwendungsfeld ableiten. Dadurch können Web2.0 - Tools und Soziale Medien leicht in den beruflichen Alltag implementiert und integriert werden.

Derzeit gibt es noch ein paar freie Plätze!

Alle Informationen zum Universitätslehrgang finden Sie unter http://www.donau-uni.ac.at/de/studium/eeducation/index.php

Bild: Shutterstock

Grafik: Virtuelle PH
VPH-Themenschwerpunkt: Schulische Öffentlichkeitsarbeit

18.05.-20.06.2016

Öffentlichkeitsarbeit für Schulen bedeutet heutzutage viel mehr als den Tag der offenen Tür zu bestreiten oder reine Pressearbeit. Schulwebsites, Image-Videos, Social Media Auftritte, Plakate und Flyer sind vielerorts schon längst gang und gäbe. Unterschiedliche Zielgruppen wie Eltern, neue Schüler_innen u.a. sollen durch gezieltes Schul-Marketing und die Positionierung des Schulstandortes über die jeweils passenden Medien angesprochen werden. Im Rahmen des VPH-Themenschwerpunkts „Schulische Öffentlichkeitsarbeit“, der von 18.05.-20.06.2016 stattfindet, verraten Presse-, Web- und Marketing-Expert_innen mit Schulbezug im Rahmen eines Online-Seminars, einer eLecture Reihe und eines eWorkshops, wie Sie Ihre Schule optimal, professionell und urheberrechtlich korrekt positionieren können.

Termine, Anmelde-Infos sowie das Infoblatt zum Download, Drucken, Verteilen & Aushängen an Ihrer Schule finden Sie unter http://www.virtuelle-ph.at/oeffentlichkeitsarbeit

Kontakt: info@virtuelle-ph.at

Grafik: Virtuelle PH

Copyright:
Online-Kurs der FH JOANNEUM: „Was kann die Social Network Analysis im E-Learning leisten?“

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Visualisierungen von Online-Netzwerken ermöglichen die Darstellung großer Datenmengen und das Erkennen von Zusammenhängen, die sonst vielleicht im Datenmaterial verloren gehen. Wie können die Modelle der Social Network Analysis zur Visualisierung des Verhaltens von TeilnehmerInnen in Online-Gruppen genützt werden?

Am 30. Mai 2016 startet dieser Online-Kurs an der FH JOANNEUM, und gibt einen Einblick in die Möglichkeiten der Social Network Analysis (SNA), in deren Anwendung auf Daten der eigenen Online-Gruppen und ihr Potential. Es werden Grundlagen der SNA erarbeitet, Modelle und wichtige Parameter der SNA analysiert und erste Erfahrungen mit der Anwendung auf eigene Online-Gruppen zur Diskussion gestellt. Die TeilnehmerInnen werden dabei unterstützt, Daten der eigenen Online-Gruppen mit der Software gephi zu visualisieren. Falls es keine eigenen Daten gibt, können auch Probedaten zur Verfügung gestellt werden.

Termin: 30.05. - 19.06.2016, rein virtuell, 3-wöchige Online-Phase
Trainerin: Jutta Pauschenwein
Kosten: 390 Euro (inkl. USt) | Anmeldung: ivona.jolic@fh-joanneum.at
Nähere Infos unter http://bit.ly/23HCmIu!

Bild: FH Joanneum

Veranstaltungen Review

Copyright: eLSA, Screenshot Walter Hermann

Projektabschluss: "20 burgenländische Schulen, 50 Lehrer/innen und 500 Schüler/innen vernetzen ihren Unterricht“

20 eLSA-, KidZ- und EPICT-Schulen präsentierten am 18. März 2016 in einer Videokonferenz ihre Ergebnisse aus der bereits seit Oktober 2015 begonnen virtuellen Zusammenarbeit. Entwickelt aus den Ideen zum Buch „Die Hüte der Frau Strubinski“ des burgenländischen Buchautors Heinz Janisch wurde das Thema „Unser Leben - zwischen Anpassung und Individualität“ gewählt: Wer bin ich, was ist meine Rolle, meine Hüte, die ich in der Klasse, der Familie, bei Freunden und in der Gesellschaft tragen muss, oder freiwillig übernehme?“

Lehrer/innen und Kinder erzählten am 18. März in einer Videokonferenzschaltung live ihre Projekthighlights und dokumentierten dies mit multimedialen und interaktiven Beiträgen. Das burgenländische Vernetzungsprojekt war das bisher größte virtuelle Teamteaching-Schulprojekt Österreichs.

Weitere Informationen unter www.schulevernetzt-burgenland.at

Screenshot: eLSA, Walter Hermann

Publikationen Review

Screenshot: NMS Elterninformations-Netzwerk

Eltern-News - Neue Unterrichtskonzepte verständlich erklärt 

Wie vermittelt man Eltern neue Unterrichtskonzepte der NMS bzw. der gesamten Sekundarstufe 1 regelmäßig und praxisnah? Der NMS Eltern-Newsletter unterstützt Sie als Lehrperson bei dieser wichtigen Elternarbeit. Er erscheint zwei Mal jährlich und wird elektronisch verschickt. Das 2xA4-seitige Infoblatt bereitet NMS-Konzepte wie beispielsweise Eltern-Kind-Gespräche, Differenzierung u.ä. für Eltern nachvollziehbar und gut verständlich auf. Er zeigt auch, wie Unterrichtskonzepte wie bspw. Sprachliche Bildung (#11) oder Berufsorientierung (#9) in den Unterricht integriert werden und welche Überlegungen dahinter stehen. Anfang Mai erscheint Newsletter #12 zum Thema Politische Bildung ab der 6. Schulstufe!

Alle Newsletter zum Herunterladen und Abonnieren finden Sie auf: www.nmseltern.at

Screenshot: NMS Elterninformations-Netzwerk

Cover: Quelle siehe Beitragstext
Drei Leseempfehlungen für ein „digital-inklusives“ Bildungswesen

Aktuell läuft hinter den Kulissen ein großes Entwicklungs- und Change-Projekt des BMBF an: Unter dem Dach eEducation Austria vereinigen sich die E-Learning-Initiativen Österreichs zu einem gemeinsamen Projekt. (Die Eckpunkte dazu stehen bereits fest und sind unter http://eeducation.at nachzulesen.)
Drei unlängst erschienene Bücher scheinen mir aufs Beste geeignet, dieser Entwicklung (und nicht nur dieser) als Wegweiser dienen zu können – drei persönliche Leseempfehlungen.

  • Beat Döbeli Honegger: Mehr als 0 und 1. Schule in einer digitalisierten Welt

War der Unterricht eigentlich vor 30 oder 50 Jahren, als im Großen und Ganzen (Schul-)Bücher als Medien ausreichten, nicht „gut genug“, sodass man jetzt unbedingt dem „Digitalen“ Einzug in die Schulen gewähren muss? Vorsicht: Denkfalle! Diese Frage stellte sich damals gar nicht. Damals hätte man fragen müssen, ob Unterricht ohne gedruckte Bücher gut genug sei. Alle, die in „vordigitalen“ Zeiten selbst in die Schule gegangen sind, kennen die Antwort: Es kommt auf die Lehrperson an! Aber bei all den unterschiedlichen Formen, in denen sich guter Unterricht zeigen kann: Auf die 1001 Chancen verzichten, die das Buch dem Lehren und Lernen dabei jeweils gibt? Niemals!
Der Schweizer Medienwissenschaftler Beat Döbeli Honegger hat sein jüngst erschienenes Buch „Mehr als 0 und 1“ genau dieser Frage der Notwendigkeit des Digitalen im Bildungswesen auf umfassende, dabei bestens verständliche und unaufgeregte Art und Weise gewidmet. Digitale Medien in der Schule sind sowohl Werkzeug und Thema als auch Ablenkung. Oder: Es kommt aufs Unterrichten mit | über | und trotz digitaler Medien an. Wie Bücher bisher sind digitale Medien nun ein weiterer – unverzichtbarer! – Aspekt und Bestandteil schulischen Geschehens. Die Dynamik der Entwicklung macht es nicht immer leicht, am Ball zu bleiben und Substanz von Hype bzw. Potential von Polemik zu unterscheiden. Aber genau auf diese Einordnung ins gesamte schulische Geschehen kommt es an – und Döbelis Buch hilft dabei enorm, eine sachliche Balance zu finden. Insbesondere seine Ausführungen über die Bedeutung der Informatik bzw. der informatischen Bildung seien gerade allen Nicht-Informatiker/innen wärmstens empfohlen. Meines Erachtens ist Beat Döbeli mit diesem Buch ein großer Wurf gelungen – und zwar gerade weil er bei allem Verständnis für das Digitale den Kern schulischen Geschehens immer im Blick behält: „Die Schule muss zwar die Digitalisierung als Werkzeug und Thema integrieren, darüber hinaus aber vor allem auf das fokussieren, was die Digitalisierung nicht zu leisten vermag. Wir sind mehr als 0 und 1.

  • Michael Fullan, Joanne Quinn: Coherence. The Right Drivers in Action for Schools, Districts, and Systems

Michael Fullan verdanke ich viele Einblicke. U.a. schätze ich seinen klaren, erfahrenen, systemischen Blick, wenn es darum geht, Projekt- und Prozess-„Architekturen“ zu gestalten. 2011 veröffentlichte er einen Aufsatz über die „wrong drivers“ im Bildungssystem. Diese wären „external accountability, individualism, technology, and ad hoc policies“. Die große Resonanz – gerade von pädagogischen Profis – bewog ihn nunmehr dazu, gemeinsam mit Joanne Quinn dem Ansatz der „right drivers“ (auch diese 2011 ein erstes Mal formuliert) ein ganzes Buch zu widmen. Worauf es also ankäme?

  1. Focusing Direction. Die Konzentration auf einige wenige, wirklich wichtige Ziele.
  2. Cultivating Collaborative Cultures. Die Kraft der Community im Sinne der kollektiven Stärkung der Pädagogischen Profession nützen.
  3. Deepening Learning. Sich gemeinsam – allen voran und merkbar die Führungspersonen! – auf einen Lernweg machen.
  4. Securing Accountability. Verantwortung und Rechenschaftspflicht durch eine gute Balance interner und externer Maßnahmen.

Und wo bleibt das Digitale? Fullan gibt selbst zu, dass das Potential digitaler Medien und Werkzeuge (u.a. durch die steigende Verwendung von Tablets im Klassenzimmer) erst in den letzten fünf bis sechs Jahren auf seinem Radarschirm aufgetaucht ist. Mittlerweile sei aber – merk’s, eEducation! – die Zeit reif und das Digitale ein gewaltiger „Beschleuniger“ der schulischen Entwicklung, wenn man es richtig angeht.
Und was wäre „richtig“ im österreichischen Kontext? Ganz holzschnittartig nehme ich mir die folgenden drei Aspekte mit in die Transformation der bisherigen E-Learning-Initiativen zu eEducation-Austria:

A) Kohärenz mit den wesentlichen Ziele von SQA und QIBB – u.a. auf dem Wege einer „digital-inklusiven“ Fachdidaktik.
B) Weitere Förderung der Zusammenarbeit der pädagogischen Profession quer über alle Schularten und Bundesländer hinweg.
C) Lernseitigkeit – sowohl im Blick auf die Schüler/innen als auch hinsichtlich der Zusammenarbeit und Qualifikation der Lehrpersonen.

Um Fullan abschließend selbst zu Wort kommen zu lassen: „If you mix in good pedagogy as the driver (versus technology) as part of the content of capacity building and social capital exchanges, you get a triple benefit. The synergy is powerful. Good pedagogy is what teachers like to do every day. It is close to their hearts and minds, individually and collectively. Then you can integrate digital that, under these conditions, becomes an amazing accelerator and deepener of learning.
PS: Und die informatische Bildung? Die wird m.E. in Österreich dann vorankommen wenn sie sowohl in der Mathematik-Fachdidaktik explizit wird als auch einen relevanten Stellenwert im Fächerkanon bekommt.

  • Frank Adamson et al.: Global Education Reform. How Privatization and Public Investment Influence Education Outcomes.

The (very) big picture. Welche Reformansätze kann man – im globalen Überblick – als gelungen bezeichnen? Dieses Buch versucht mit Hilfe von sechs Fallbeispielen Hinweise und Antworten zu geben. Die Systeme Chiles, Schwedens und der USA (alle bzw. in weiten Teilen seit längerer bzw. längster Zeit Baustellen „neoliberaler“ Reformen) werden mit denen Finnlands, Kubas und Ontarios/Kanadas (in diesen [Teil-]Staaten wird Bildung stark als allgemeines, nicht privatisierbares Gut und Sache öffentlicher Investitionen gesehen) verglichen. Stark zu denken gibt insb. das Beispiel Schweden: Vor 15 Jahren noch „Musterschüler“, ist das Land mittlerweile deutlich unter den OECD-Durchschnitt gefallen. Der im Buch vorgestellte Grund: Die Privatisierung des Schulwesens und die Führung von immer mehr Schulen durch – oft auch gewinnorientierte! – Unternehmensketten. Deprofessionalisierung der Lehrer/innenschaft. Konkurrenz statt Kooperation. Im Lichte dieser Lektüre sieht man viel positives Potential im heimischen Schulsystem; gleichzeitig wird deutlich, wie kontraproduktiv das Konkurrenz-System hierzulande in der Mittelstufe sich auswirkt, und der Passus über eine kompetitiv agierende Bildungsstiftung im österreichischen Bildungsreformpaket (Ministerratsvortrag vom 17.11.2015) lässt einen fragend die Stirne runzeln …
Auch hier soll ein Zitat aus dem Buch, genau genommen eines von John Dewey aus The School and Society, beschließen: „What the best and wisest parent wants for his own child, that must the community want for all of its children. Any other ideal for our schools is narrow and unlovely; acted upon, it destroys our democracy … Only by being true to the full growth of all the individuals who make it up can society by any chance be true to itself.

Thomas Nárosy, NMS E-Learning Österreichkoordination

Fundstücke

Copyright: Andreas Riepl
Die 7 Facetten der eTapas: wie erreiche ich 24.000 Stunden eLearning-unterstützten Unterricht?

Bei der diesjährigen Frühjahrstagung des eLearning Clusters (ab nächstem Schuljahr eEducation Austria) wurden unter anderem die eTapas vorgestellt, die von den engagierten Mitgliedsschulen im Laufe des vergangenen Schuljahres erarbeitet wurden. Anlässlich des zweijährigen Bestehens dieser Initiative soll Platz sein den Sinn und Nutzen der eTapas geschärft zu beschreiben.

1. Es werden kleine Häppchen angeboten

Neue Lehrkräfte können für die Erstellung gewonnen werden, die bisher aufgrund des Arbeitsaufwandes bei eLearning Projekten abgeschreckt waren. Unsere eLearning-Koordinatoren/innen unterstützen die Kollegen/innen bei der Umsetzung und stellen die Formalkriterien sicher. Dazu wurde eine Checkliste der Clusterleitung ausgegeben.

2. Die Häppchen bilden e-didaktische Szenarien ab

Im Vordergrund steht - im Gegensatz zu herkömmlichen Content-Pools - nicht der Inhalt, sondern das medienunterstützte didaktische Szenario. Also der Ablauf des Unterrichts und die Frage WIE gewisse Tools eingesetzt werden - nicht die Tools selbst. Die gewählte Methode wird durch Tags / Schlagworte beschrieben (bspw. "Flipped Classroom", "ePortfolio" etc.) und ermöglicht Lehrkräften so Best Practice aus anderen Bereichen in einem praktischen Anwendungsszenario nachzuvollziehen, um Anregungen für den eigenen Unterricht zu holen.

3. Die Häppchen sind mit Kompetenzen bzw. Deskriptoren verknüpft

Natürlich hat ein eTapas auch eine inhaltliche Dimension, es stellt ja eine Lernressource dar, die sofort im Unterricht eingesetzt werden kann. Daher werden die Deskriptoren erfasst, die durch die Bearbeitung des eTapas erworben werden können. Dies ermöglicht in weiterer Folge eine gezielte Suche nach eLearning Ressourcen, die für bestimmte Teile unterschiedlicher Lehrpläne gefunden werden können, sofern die Kompetenzen übereinstimmen.

4. Die Häppchen werden an einer Partnerschule getestet und Feedback rückgemeldet

Diese Maßnahme erreicht, dass eine gewisse Qualitätssicherung durch fachlich geeignete Lehrkräfte erfolgt und somit auch an der Partnerschule den Unterricht von Schüler/innen bereichert. Jedes eTapas erreicht somit zwangsläufig zumindest zwei Klassen. Jede Schule musste pro Schuljahr zumindest zwei eTapas beisteuern. Somit haben die eTapas MINDESTENS 6.000 Schüler/innen pro Jahr erreicht. (160 Mitgliedsschulen * 2eTapas * 2 Partnerschule testet * 25 geschätzte Anzahl Schüler/innen pro Klasse = 6.000). Da die eTapas geschätzt im Durchschnitt etwa 4 Unterrichtseinheiten umfassen haben wir also 24.000 konsumierte Stunden mit Medieneinsatz erreicht. Eine außerordentliche Zahl !

5. Die Häppchen sind Basis für gegenseitige Inspiration

Jedes Bundesland nominiert die besten eTapas und die Autoren/innen stellen ihre eTapas den Kollegen/innen aus ganz Österreich im Rahmen von eLearning Tagungen vor. Dieser Ideenaustausch führt zu einem enormen Wissenstransfer – ganz nah an der Praxis. Auch innerhalb der Bundesländer (=Cluster) führt diese Maßnahme zu gemeinsamer Vorbereitung von Unterrichtsmaterialien und erhöhtem Austausch zwischen Schulen, da die Abstimmung der Themenfindung und Partnerfindung im Rahmen von Dienstbesprechungen stattfindet.

6. Die Häppchen stehen für alle zum Download bereit

Alle eTapas werden auf einer Plattform des Bildungsministeriums gesammelt und stehen zum Download bereit (leider derzeit nur als Liste mit sehr rudimentären Suchmöglichkeiten).

7. Die Häppchen unterliegen einer offenen Lizenz

Alle eTapas stehen unter Creative Commons, entweder cc-by oder cc-by-sa und können somit ohne urheberrechtliche Bedenken haben zu müssen von jedem verändert genutzt und weitergegeben werden. Diese Maßnahme unserer Initiative ist sogar über die Landesgrenzen hinweg bekannt geworden, weshalb das Konzept bei der größten deutschsprachigen OER-Veranstaltungen - der OERde16 - in Berlin vorgestellt wurde.

Text: Robert Schrenk, Logo: Andreas Riepl

Sie können den Newsletter auch online in unserem Archiv auf http://www.virtuelle-ph.at/mod/datalynx/view.php?id=14888 nachlesen.


IMPRESSUM

Redaktionelle Betreuung: NMS Support Team und Bundeszentrum Onlinecampus Virtuelle PH - ein Service aller Pädagogischen Hochschulen Österreichs im Auftrag des BMBF. Jede beitragende Institution zeichnet für ihre Inhalte verantwortlich.
Deadline für die nächste Ausgabe: 27. Mai 2016 (Schicken an info@virtuelle-ph.at)
http://onlinecampus.virtuelle-ph.at | info@virtuelle-ph.at

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Onlinecampus Review #25